Soviel kostet eine Karte für den Film von Jan Kounen. Ein Klacks für einen Werber. Laut dem Film verdienen wir in Spitzenpositionen nämlich rund 45.000 monatlich, sitzen mit Pudernäschen im Meeting und haben statt Beziehungen einen ganzen Rattenschwanz von Callgirls. Wahrscheinlich haben die nur eine falsche Kontonummer von mir, die Zuckerdose in der Küche ist nicht wirklich eine Zuckerdose und in dem Schrank neben mir….
Auch wenn ich’s nicht mehr hören kann: „Du arbeitest in der Werbung? Wahnsinn, da musst du ja einen Haufen Geld verdienen!“ – der Film ist bombe. Skurrile Bilder, ein Trip nach dem anderen und immer gewürzt mit dem Fünkchen Wahrheit, das so einen Film erst richtig toll macht. Dass ein Grafiker nicht Grafiker sondern Art Director heißt, weil es cooler klingt, dass nur Normalsterbliche das Wort „Slogan“ benutzen, unsereins hingegen „Headline“ oder „Claim“, dass ein Meeting sieben Stunden dauern kann und trotzdem grauenhafte Werbung dabei herauskommt – das stimmt alles. Und das Ganze wird noch gekrönt von einem alternativen Ende, das zunächst rebellisch anfängt, dann utopisch happy-end-mäßig wird und letztendlich wieder in die grausame Realität abstürzt.
Vielleicht sitze ich auch eines Tages in einem New Yorker Büro hoch über den Wolken, schaue schniefend meinen Untergebenen hinterher und fühle mich wie die mächtigste Frau der Welt.
Zum Glück wird das nicht passieren. Dann muss ich auch nie behaupten: „Werbung macht die Welt nicht schöner, sie zerstört sie.“, weil Werbung schlicht und ergreifend nicht die Macht dazu hat. Wie schön.
...von . 6. August 2008 um 17:43. Schublade: wortpolonaise Socken: bücher, Film, koks, werbung.









von affe zu affe
Du sprichst mir aus der Seele. Auch wenn ich nicht ganz “Einer von Euch” bin, habe ich trotzdem den Eindruck, dass der Film ein sehr treffendes Bild zeichnet.
Wenn das nicht so ist, war ich zumindest sehr gut unterhalten … .
Auf uns Medienspackos!
Cheers!
Flo