Wohnungen besichtigen – oder sollte ich doch besser sagen – uns besichtigen lassen?
Wir kamen hin, sahen und waren frustriert. War es nicht die Wohnung, so war es der Vermieter, der uns nicht wollte. Die Wohnungssuche sah dann so aus, dass wir die niedlichen Äffchen waren, die sich vom Vermieter begutachten ließen. Unser hoffnungsvoller Blick durch das Gitter zeigte uns hingegen nur schimmlige Badwände, Teppich-Biotope und herrliche Zimmeraufteilungen (für einen Elefanten und zwei Mäuse – ideal für eine 3er-WG). Wir ollen Landeier rümpften also die Nase, bis wir hörten: „Wir haben aber auch schon an die 40 Interessenten.“. Hallo Realität.
Okay, Ansprüche runterschrauben, Bemühungen verdoppeln. Prüfungen? Lernen? Wozu gibt es die endlosen Zugfahrten…..
Die Zeit verging, die Ansprüche waren unter dem Nullniveau und es zogen wunderbarerweise auch elfenbeingewandete, edel-parkettierte Luxuswohnungen an uns vorbei. Miete: ok, Provision: jenseits von Gut und Böse.
Eine Woche vor den Prüfungen. Ich, noch nicht mal ans lernen denken können. Da geschah das Wunder: ein Strahl traf uns vom Himmel, Harfengesang ertönte und wir wurden Mieter in Benztown.
Unser Mietobjekt war die hässliche Zwillingsschwester einer Wohnung, bei der wir schon „Haben wollen!“ geschrieen hatten – vergeblich. Aber wie gesagt, Harfengesang, denn obwohl die Wohnung einmal schrecklich aussah, als erstmal das schmucke Mobiliar entfernt war (wer stellt einen Wohnzimmerschrank in den Flur?!), sah die Welt schon ganz anders aus und die Wohnung erst recht. Und das provisionsfrei. Ein Wort, das wir schon längst aus unserem Vokabular gestrichen hatten.
Nun das schöne Happyend:
Wir zogen ein, voller Vorfreude und schon sprossen aus allen Ecken Miesmacher: „Stuttgart ist doof. Stuttgart, da geht nichts. Ich zieh weg von Stuttgart: Wien, München, Köln, Buxtehude, egal. Nänänänääää.“
Mir auch egal, haltet doch alle die Klappe.
...von . 7. März 2008 um 16:36. Schublade: stadtgespräche Socken: Stuttgart, wohnung.









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