Willkommen auf dem Wortspielplatz! Hier geht es um alles, doch nichts Banales. Allenfalls Bananen. Hier geht es um Worte. Schöne Worte, hässliche Worte, aber immer in ihrer schönsten Form: dem Satz. Und davon gleich mehrere!

Arbeit, das Leben und der ganze Rest.

Zweimal habe ich in den Ferien geschichtet. Wunderbare Wunderwerke von Maschinen, die einem gerade soviel Arbeit abnehmen, dass der zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Handgriffen fast zum Einschlafen ausreicht, aber auch nur fast.

Das erste Mal als ich an einer solchen Maschine saß, war die einzige Frage, die ich mir stellte: Was zum Geier mache ich die nächsten acht Stunden? Nachdenken? Hmmm ja, eine Idee, aber spätestens nach drei Arbeitstagen hatte ich nicht nur alle meine Probleme gelöst, sondern auch die meines gesamten Freundes- und Bekanntenkreises. Nebenbei fiel mir auch noch die Weltformel zu, aber die verrate ich nicht.

Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens in diesen acht Stunden, der über das reine Geldverdienen hinausgehen sollte, wandte ich mich also an meine Kollegen. Was sie denn in der ganzen Zeit machen würden, fragte ich sie. Erst bekam ich einen seltsamen Blick ab, dann kam die Antwort: Na nichts. Erstaunen meinerseits. Wie nichts? Das geht doch nicht. Dann dachte meine werte Kollegin fünf Sekunden nach, bekam einen erleuchteten Gesichtsausdruck und sagte: Ach meistens bin ich wie weggetreten und wenn ich dann auf die Uhr schaue, sind schon fünf Stunden vorbei.
Also tatsächlich nichts. Mein Kiefer klappte runter und verharrte erstmal ein Weilchen in dieser Stellung. Immerhin hatte ich so für die nächsten Stunden Stoff zum Nachdenken. Von den anderen bekam ich übrigens ähnliche Antworten.

Okay, also Musik. Das wurde auf die Dauer langweilig, außerdem war es, wie sich herausstellte, nicht besonders förderlich sich zum Takt der Musik zu bewegen. Bis ich auf den Trichter mit den Hörbüchern kam. Endlich mal eine Super-Idee und zack war eine Woche vorbei und mein Arbeitstag spannender gestaltet. Wenn da nicht unser Vorarbeiter gekommen wäre, mir empört die Kopfhörer aus den Ohren gerissen hätte und mir so lautstark klar machte, dass das nicht erlaubt sei, als hätte er den Eindruck, mein Gehirn sei durch zu lauten Musikgenuss völlig vernebelt. Auf die Frage, warum denn eigentlich (denn bei dem Lärm waren die Maschinen sowieso nicht zu überhören und somit auch jeder Alarm), wusste er auch keine Antwort, aber meine Gehirnstreichler mussten weichen.
Die nächsten Wochen verbrachte ich entweder damit, mich um die Nachtschicht zu reißen, um trotzdem sanften Stimmen lauschen zu können oder in dumpfes Dahinvegetieren zu verfallen. Ich schwöre, mein IQ hat sich in diesen Momenten erschreckend der Außentemperatur angenähert.
Und dann geschah es eines Tages: Ich sah auf die Uhr und bemerkte voller Entsetzen, dass ich mehr als nur ein paar Minuten weg gewesen war. Zack, das war’s, dachte ich. Ich war nicht nur zu der Erkenntnis gekommen, dass ich lieber weniger verdienen würde, nur um mehr Spaß am Job zu haben, ich musste mir auch noch einen Überlebensplan für die letzten Wochen überlegen. Also habe ich angefangen, in meinem Kopf ein Buch zu schreiben. Das Konzept steht, jetzt muss es nur noch aufs Papier. Und irgendwann werde ich dankbar sein, geschichtet zu haben. Hat doch alles seine Vorteile.

...von monkeyeve. 19. Mai 2008 um 17:53. Schublade: luftarchitektur Socken: , .


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