Willkommen auf dem Wortspielplatz! Hier geht es um alles, doch nichts Banales. Allenfalls Bananen. Hier geht es um Worte. Schöne Worte, hässliche Worte, aber immer in ihrer schönsten Form: dem Satz. Und davon gleich mehrere!

Brain damage

Kennt ihr diese Momente, in denen die Bedeutung stur gebüffelter Begriffe den kleinen, aber bedeutsamen Schritt von trockener Theorie in das bunte Reich der Lebenspraxis macht? Eben dieses Erlebnis hatte ich neulich nachts, als ich verwirrt nach dem Lichtschalter tastete. Doch nein, Moment. Ich tastete ja nicht danach, ich stand wie ein Kalb vor der Wand und wusste nicht mehr wie das Licht angeht.

Während ich auf den erhellenden Blitz der Erleuchtung wartete, wurde mir plötzlich klar, was Interferenz bedeutet. Das kleine staubtrockene Begriffchen aus dem Reich der Psychologie begann auf einmal Leben zu entwickeln.

Der evolutionäre Gedankensprung sagte mir folgendes: Mein Wissen über Filme und Serien hatte die Informationen überlagert, die meinem Gehirn sagen, wie man Licht ins Dunkel bringt. Lichtschalter gleich Licht, ganz einfach. Aber nein, ich litt an akuter Synapsenverstopfung.

Stattdessen hätte ich Marissa Coopers (O.C.California) Sterbeworte zitieren können. Praktisch. Wäre ich damals im Dunkeln tappend gegen einen Schrank gelaufen und hätte mich dieser dann gnädigerweise ob meiner Dummheit erschlagen, hätte ich zumindest die passenden Worte parat gehabt.

Nicht, dass Serienwisssen nicht allgemeinbildend sei – aber sinnvoll? Dank Breaking Bad weiß ich, wie man Meth braut, Nurse Jackie und Dr. House lehren mich konsequenterweise den verantwortungsvollen Drogenkonsum am Arbeitsplatz.
Ich brauche nur in meinem Gehirn zu wühlen und könnte eine Verbrecherkarriere planen. Tony Soprano (The Sopranos) höchstpersönlich nähme mich an die Hand und führte mich in die Welt der Geldwäscher und Langfinger ein.

Sollte mich die schiefe Bahn trotzdem geradewegs ins Gefängnis leiten,würde ich mir Michael Scofields Ganzkörpertatoo (der Bauplan, Prison Break) borgen. Zack, raus über die Mauer, rein ins Flugzeug und außer Lande. Wenn das Flugzeug abstürzt (Lost), habe ich prompt eine Menge MacGyver-Tricks parat, um die Aschewolke zu bannen.

Aber trotzdem würde mir Thomas Edisons Heiliger Gral verwehrt bleiben: das schnöde Licht. Auch anderes Wissen blockiert meine Gehirnwindungen und macht mich zu einer unfähigen Körperhülle. So kann ich zum Beispiel aus unerfindlichen Gründen die Nummer einer Sandkastenfreundin nicht mehr vergessen. Wir sind schon seit Ewigkeiten keine Nachbarn mehr und bald zieht sie nach Madagaskar. Ich könnte kaum weniger Gründe haben, mir eine nicht mehr existente, deutsche Festnetznummer zu merken.

Was ist nur dort oben los?

Zum Glück weiß ich, dass ich nicht allein bin. Tommy Jauds roter Faden in einem seiner Bücher ist, dass er die Nummer eines IKEA-Lagerregals nicht vergessen kann. Nicht so schmeichelhaft für mich ist, dass das Buch Vollidiot heißt.

...von monkeyeve. 26. Juni 2010 um 22:15. Schublade: filmgeschichte, monkeysee Socken: , , .


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