Willkommen auf dem Wortspielplatz! Hier geht es um alles, doch nichts Banales. Allenfalls Bananen. Hier geht es um Worte. Schöne Worte, hässliche Worte, aber immer in ihrer schönsten Form: dem Satz. Und davon gleich mehrere!

Das blaue Wunder

Als Aristoteles vor 23 Jahrhunderten nach Worten rang, um die Dummheit seiner Obrigkeiten zu verkraften, hat ihm das entscheidende Argument gefehlt, das heute auch jede nach-Schakkeline-schreiende Spielplatzmutti umstandslos versteht: Eine Welt, die so fußballverrückt ist, kann nur rund sein.

Wohin man derzeit auch schaut, dreht sich alles um das kleine Runde. Eigentlich eine logische Fortsetzung der Evolution. Früher rannte eine Horde Männer einem Büffel hinterher, um das Leder heimzubringen, heute schwalben sie munter, um sich das Leder in Gold zu sichern.

Währenddessen stehen die Frauen am Rand des Geschehens, bemalen sich bunt und schreien hysterisch. Und irgendwo ist immer einer, der eine Fahne schwenkt und sagt, dass es so nicht geht.

Darwin würde sich einen Ast freuen, wenn 22 dreckige Jungs so martialisch seine “Survival of the fittest”-Theorie belegen. Um gleich bei den Größen unserer Geschichte zu bleiben, treten wir damit doch gleich den bisher unerbrachten Beweis für Zeitsprünge in die Vergangenheit an: Wie sonst ließe es sich erklären, dass wir einen kurzzeitigen Sprung in die Steinzeit machen?

Wir sind sogar schon so weit, dass wir uns von Meerestieren die Zukunft voraussagen lassen. Das Oktopus-Orakel aus dem Aquarium “Sea Life” in Oberhausen hat bisher jedes WM-Spiel der Deutschen richtig getippt. Dass dieser ambitionierte Krake nicht alle Saugnäpfe richtig geordnet hat, wird einem klar, wenn man seinen neuesten Tipp kennt: angeblich sollen uns die Orangenheinis morgen den Garaus machen.

So ein doofer Aberglaube! Schließlich haben wir ja Jogis blauen Glückspulli.

Ganz neu ist die Idee mit dem blauen Stöffchen aber nicht. Schon ein paar Trainer warfen sich blau in Schale, um einen Siegmarathon loszutreten. Klinsi und Jogi selbst waren in Blau für ein Sommermärchen verantwortlich.

Aber irgendwann verliert jeder Stoff seine Wirkung, deswegen war selbst für Udo Lattek, dem Trainer des 1. FC Köln nach 15 Siegen Schluss. Wahrscheinlich hat er sein Hemdchen gewaschen und mit ihm die ganze mitgelieferte Magie.

Darauf setzt jetzt auch Jogi. Der Babykaschmir von Strenesse soll bis zum bitteren Ende keine Waschmaschine von innen mehr sehen. Was freue ich mich darauf, wenn unser stylisher Schwabe, stinkend aber glücklich, zuguterletzt die Arme hochreisst und der ganzen Welt den World Cup und seine gelbgeränderten Schweißflecken präsentiert.

Und noch was. Bei Youtube gibt es nun einen Vuvuzela-Button. Das Schöne daran: man kann die Dinger einfach ausschalten.

Ach übrigens, damit habe ich gerade ganz locker aus der Hüfte heraus Galileo widerlegt: Es dreht sich doch alles um unseren Planeten. Zumindest alle vier Jahre für ganze 30 Tage.

...von monkeyeve. 6. Juli 2010 um 18:22. Schublade: zeitgeister Socken: , , , , , , .


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von affe zu affe

Keine Rampensau? Der Affe freut sich auch über elektronische Post.

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