Für rampenscheue Geister wie mich ist das grandios: Endlich habe ich meine höchsteigene Speaker’s Corner. Ich muss mich weder nackt ausziehen, noch besonders anziehen, brauche keine Bühne, höchstens einen Stuhl (vom Boden aus schreibt es sich so schlecht). Und wenn keiner klatscht, juckt mich das auch nicht, denn ich kann’s ja nicht hören/sehen – was ja sowieso schlimmer wäre: teilnahmslose Gesichter. Genauso wenig kommt mir faules Gemüse entgegen. Dafür leider auch keine Unterwäsche, aber auch ohne abgestandene Pheromone kann ich notfalls leben.
Nirgends sonst kann man so ungehindert seine Meinung äußern und andere Meinungen so ungeniert beeinflussen. So langsam wird auch Unternehmen klar, welche Macht so ein kleiner Blog haben kann. Kann gut sein (so zum Beispiel der Blog von Frosta – da geht’s zwar nur um Tiefgekühltes, aber die reden wenigstens nicht um den heißen Brei rum). Kann aber auch voll in die Hose gehen (nein, ich wird jetzt nicht petzen).
Aber zurück zur Privatperson, die ja nun keine mehr ist, sobald sie bloggt. Da beweinen wir den gläsernen Menschen und kehren unsere Seele gleichzeitig buchstabenweise nach außen. Saugeil, die verquere Menschendenke, kann ich da nur sagen.
Da freu ich mich mit jenem kleinen Vorstadtrapper, der da sang (naja): „Mein Blog, mein Blog, mein Blog!“. Oder so ähnlich.
Ja genau.
Und ich werde nichts über Jörg Haider schreiben. Damit das mal klar ist.
...von . 13. Oktober 2008 um 15:20. Schublade: zeitgeister Socken: schreiben.









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