Willkommen auf dem Wortspielplatz! Hier geht es um alles, doch nichts Banales. Allenfalls Bananen. Hier geht es um Worte. Schöne Worte, hässliche Worte, aber immer in ihrer schönsten Form: dem Satz. Und davon gleich mehrere!

Neu aufgelegt und charmant abgekupfert.

In der Mode wird geklaut, was das Zeug hält. Alle paar Saisons haben wir ein kräftiges Déja-vu und das starke Bedürfnis für ein paar Designbosse die Todesstrafe wieder aufleben zu lassen (haha, Wortspiel). Nicht, dass ich dafür wäre, aber weißbezopfte Sonnenbrillenträger lassen sich von solchen Warnungen vielleicht einschüchtern, bevor es einen elektrisierenden Stuhlgang gibt. Mit dem Bedürfnisauslöser meine ich übrigens das Wiederaufleben der 80er. Das ist eine Ära, die erfolgreich totgeschwiegen wurde – so manche jugendliche Pummelfee läuft heute in Röhrenjeans und grelllilanen Modesünden für den Oberkörper (farblich abgestimmt auf Kreolen, Schal und Handtäschchen) herum, nichtahnend, was für ein Kapitalverbrechen sie gerade begeht. Und dann noch die 90er. Ich will weder an die Modesünden meiner großen Schwester, noch an die meinen erinnert werden. Die erfolgreiche Hirnwäsche meines Kleiderschranks Ende des Jahrtausends war völlig sinnlos, wenn ich mir heute Schulterpolster- und Legginsträger anschaue. Hätte ich in dem Alter so ausgesehen, wäre ich verkloppt worden, bis mir die Vokuhila freiwillig vom Kopf gefallen wäre. Bei uns gab’s ja noch viel Schlimmeres, ich sage nur Eastpak, Helly Hansen und Buffaloes. Das ist fast so schlimm wie der pubertäre Di Caprio, Touché und Aqua als Starschnitt in einem Bravoheft. Wem die ganzen Namen nichts sagen, gehört zu den glücklichen Unwissenden eines anderen Jahrzehnts. Aber worauf wollte ich eigentlich hinaus?
Ohja, in der Mode wird böse geklaut, in der Musik ebenfalls („Ey, voll des geile neue Song, Alta!“ – „Das ist doch von Bach…“ – „MCBach, nie gehört, is des neue Rappa, oder was?“), in jeder anderen Kunstform auch und erst recht in der Literatur, bzw. beim Film. Und das muss nicht immer böse enden. Ich bin bekennender Serienjunkie und ohne meine regelmäßige Dosis episodischer Spannung verkümmere ich staffelweise. Aber das Tolle daran ist, dass ich am laufenden Band alten Klassikern begegne. Okay, ein ausnehmend schlechtes Beispiel ist „Verbotene Liebe“ und „Gefährliche Liebschaften“, aber blenden wir das deutsche Fernsehen mal völlig aus (die meisten Serien sind sowieso von ihren amerikanischen Vorbildern schlecht abgekupfert und verderben das deutsche Publikum für die wahren Meisterwerke). Choderlos de Laclos würde sich im Grab umdrehen, wenn er die dazu nötigen Gelenke noch hätte. Aber „Lost“ mit Anklängen vom „Herr der Fliegen“ und „Robinson Crusoe“ oder „Prison break“ in Verbindung mit „Der Graf von Monte Christo“ lassen mich denken, ich vereinnahme mir am laufenden Band Kulturgut und ich komme mir nicht so zeitgeistlos vor. Es gibt doch noch etwas Gutes in den seichten TV-Gewässern.

P.S. Worauf ich allerdings immer noch warte, ist eine Neuverfilmung von „Vom Winde verweht“ – scheinbar traut sich keiner an den Schnurrbart von Clark Gable heran.

...von monkeyeve. 6. Oktober 2008 um 11:16. Schublade: filmgeschichte, monkeysee Socken: , , .


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