Willkommen auf dem Wortspielplatz! Hier geht es um alles, doch nichts Banales. Allenfalls Bananen. Hier geht es um Worte. Schöne Worte, hässliche Worte, aber immer in ihrer schönsten Form: dem Satz. Und davon gleich mehrere!

Der Gärtner war’s

Tatort Deutschland, Ehecrise. Es ist Zeit, nun muss ich auch meinen Senf zur diesjährigen In-Epidemie dazugeben. Langsam werden die grünen Stars zwar von den Titelseiten verdrängt, doch gegessen ist die Sache noch lange nicht. Der Verdacht ist gesät.
Ich gebe euch einen Tipp: Lasst in einer größeren Menschenansammlung das Wort “Gurke” fallen und ihr wisst, was ich meine.

Auch wann das Image des grünen One-Hit-Wonders inzwischen von höchster Stelle bereinigt wurde, möchte keiner mehr mit dem Teufelszeug zu tun haben. Man ist sich einfach nicht sicher, worin der Wurm steckt. Nur dass er dort definitiv tot ist.

Kein Wunder.

Als die Regierung Gurken verteufelte, hatte sie offensichtlich Tomaten auf den Augen und wir den Salat: Die Bauern sind stinksauer, der Bevölkerung ist der Appetit vergangen. Zumindest auf die gesunden Dinge des Lebens. Ich möchte meinen Kopf darauf verwetten, dass McDonald’s gerade Rekordumsätze in Deutschland fährt. Was einmal totfrittiert wurde, kann ja nicht mehr schädlich sein. Und wie sauer erst die Gurken sein müssen. Ich nominiere für das Wort des Jahres: Wutgurke.

Wieder einmal wurde uns fein klargemacht, dass so mancher Machthaber kein Händchen für Politik und erst recht keinen grünen Daumen hat.

Es kristallisiert sich nun heraus, dass der jüngste Spross des wilden Verdächtigens ganz eindeutig grün hinter den Ohren ist, quasi mit Bio-Siegel zertifiziert und uns als Unschuld vom Lande an der Nase herumgeführt hat. In Bio steckt der Teufel, das wusste der gemeine Burger ja schon lang.

Du bist Ehec, schreit er und zeigt anklagend auf den Salatstand. Dass reaktanter Fleischkonsum trotzdem nicht wesentlich gesünder sein muss, geht ihm aber nicht in die Rübe. Ok, ich gebe zu, das war um des Wortwitzes Willen.

Einen Mundzeugenbericht habe ich übrigens auch beizutragen: Zwei Stunden bevor Sprossen zum neuen Staatsfeind Nr. 1 erklärt wurden, verlustierte ich mich an einem leckeren Frischkäse-Bagel mit – na was wohl? – jawohl, Sprossen. Und wo befand ich mich spaßigerweise? Natürlich nicht im sicheren Süden Deutschlands, sondern mitten in Ehecland.
Nach meiner Rechnung dürfte ich also noch 4 Tage haben, bevor mir der Hintern weggemüst wird. Wenn das nicht ein Plan fürs lange Wochenende ist.

Man könnte meinen, ich säße mitten im Fettnäpfchen. Hier regieren nicht nur die Grünen, ich bin auch noch Teil des Selbstmordkommandos Vegetarismus.

Das neue Motto des vegetarischen Schwaben ist also ( mein Vorschlag): Wir können alles. Außer bio.

In mir keimt derweil der Verdacht, dass es sich hier um eine großangelegte Image-Kampagne der Fauna handelt. All die Tierchen möchten sich reinwaschen von BSE, Vogel- und Schweinegrippen, die jedes Jahr aufs Neue das Vertrauen der Fleischesser erschüttern. Es ist gelungen, muss man sagen, heute kräht kein Hahn mehr danach. Der neue Trend heißt Gammelgemüse und Don Patros, der bis vor kurzem auf der Wellnesswelle ritt, hat mit seiner Salatmafia nun schwer zu kämpfen.

Es ist jahrjährlich dasselbe in Grün. Was steht uns nächstes Jahr bevor? Wird der Retro-, Pardon, Analogkäse wieder hervorgeholt? Oder wird nicht reinweiße Milch die neue Biobombe sein?

Sie dürfen gespannt sein. Fortsetzung folgt.

P.S. Wer auch immer der Creative Director dieser Kampagne war, ich möchte dir danken. Schon lange hatte ich kein Thema mehr, das so eine bunte Spielwiese für Wortklaubereien geboten hat. Da, schon wieder.

...von monkeyeve. 11. Juni 2011 um 23:03. Schublade: zeitgeister Socken: .

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