Heute habe ich eine bahnbrechende Entdeckung gemacht. Nun ja, „bahnbrechend“ in dem Sinne, dass es die halbe Welt schon vor mir wusste und ich erst jetzt – durch einen plötzlichen Anfall von Aufmerksamkeit für das Weltgeschehen – darauf gestoßen bin (dass „Ahmed, the dead terrorist“ die Massen mit seinem Knochengeklapper belustigte, habe ich auch erst ein halbes Jahr zu spät gemerkt – ein offenbar nicht zu verzeihendes Vergehen im Angesicht des Pöbels).
Doch nun zu der Entdeckung: Bei Googlemaps hat sich eine neue Funktion eingeschlichen, die sich schüchtern hinter dem harmlosen Namen „street view“ versteckt. Klickt man darauf, werden plötzlich ganze Teile der westlichen Welt (auch die mentale westliche Welt meine ich – also auch Australien) in neonblaues Straßenlicht getaucht. Überall, wo sich der blaue Faden entlang schlängelt, kann man sich voyeuristischen Freuden hingeben und die Gegend betrachten. Man kann dabei wunderbar in jede Himmelsrichtung schauen, herum schwenken und zoomen, vor und zurück, wie man gerade lustig ist. Und dabei in gestellte Straßenszenen reisen oder unverfroren in die Loggia meines Bruders linsen. Einfach so. Was wäre, wenn mein Bruder gerade seiner, mir bisher noch nicht bekannten Neigung nachgegangen wäre, völlig entblättert, wie Gott oder ein anderer Kreativer ihn erschaffen hat, am Fenster zu stehen? Dann würde ich jetzt Dinge wissen, die bis an mein Lebensende wichtige Gehirnkapazität belegen, weil solche Erinnerungen schlichtweg löschresistent sind. Kann Google das verantworten?
Aber immerhin wurden alle Gesichter sorgfältig entstellt und alle Werbungen erfolgreich verpixelt. …verdammt, und schon wieder ist eine Goldidee flöten gegangen!
Wer sucht, der findet übrigens einen ganzen Haufen lustiger Dinge…wie zum Beispiel eingefrorene Emmanuela-Tribute-Groups (Fettes Brot – alles klar?).

...von . 21. November 2008 um 14:39. Schublade: zeitgeister Socken: google.









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