Ich schwitze, mein Herz bummert, meine Zehen wippen. Nein, das sind nicht erste Anzeichen eines Herzinfarkts – das sind ‚Eagle Seagull’. Aus dem fernen Nebraska sind sie gekommen, um echte „unprätentiöse“ Musik in den melodienarmen Süden Deutschlands zu bringen.
Mission erfüllt, kann ich da nur sagen.
Auf engstem Raum eine überschaubare Anzahl von Fans, die aber mit Leidenschaft dabei sind. Leidenschaft, die sich ganz unterschiedlich äußert: verhaltenes Kopfnicken und geschlossene Lider, die nur mühsam die überbrodelnden Emotionen zurückhalten. Oder ekstatisches Wippen im rhythmischen Einklang mit der Musik. Und Gürtel, die bei zu hektischen Bewegungen einfach den musikalischen Tod sterben.
Genauso muss echtes Fantum aussehen und mir fällt momentan keine andere Band ein, die das mehr verdient hätte (allein schon weil sie meinen gestrigen Abend mit Glanz und Gloria verschönert hat).
Ein Blick nach vorne auf die Bühne, die sich fast auf Augenhöhe mit den Fans befindet: sechs Musiker – jeder davon in seiner eigenen Welt. Der Frontsänger trägt sein Herz, seine Seele auf der Zunge und lässt uns alle daran teilhaben. Die Keyboard- und gesangsversierte Violinistin schaut immer wieder verträumt an die Decke. Ein Gitarrist fährt seine ganz eigene Show und wandert, seine Haare wild schwenkend, von einem Bühnenende zum anderen. Und trotzdem führt alles zu einem perfekten Zusammenklang oder vielleicht doch nicht so ganz perfekt – aber gerade dadurch unglaublich mitreißend.
Und hinten wäre da noch der Bassist. Ganz lässig steht er da, als wäre er völlig allein mit seiner Gitarre.
Bassisten sind einfach immer cool. Das hat auch schon die erwähnenswerte Vorgruppe „Kingsize“ bewiesen (nicht so kingsize wie Eagle Seagull, aber eine gute Vorlage).
Und jetzt? Blasen an den Sohlen, tausend blaue Flecken und immer noch heiser. Wie schön.
Nicht zu vergessen. Die Hörprobe:
http://www.myspace.com/eagleseagull
...von . 28. Mai 2008 um 17:22. Schublade: monkeyhear, stadtgespräche Socken: konzert, musik.









von affe zu affe
Merci, Gynnee.
Danke für Deine Ode auf eine der objektiv besten Bands der Welt.
Und Danke, Eagle*Seagull.
Ihr sechs Landeier aus Nebraska wart auf einmal da. Wie ein barmherziger Autofahrer, der einen gestrandeten Anhalter aufsammelt. Einfach so. Helden des Alltags.
Zur richtigen Zeit an Ort und Stelle.
An einem so schwülheißen Dienstagabend irgendwo in Schwaben. In einer Stadt, die immer noch auf der Suche ist nach ihrer musikalischen Identität. In (m)einem Leben, nur aus ToDo-Lists und Schlafmangel bestehend.
“Can turn a song about loneliness and a wounding beauty into something you could dance to.”
Gut gebrüllt, SPEX, Du sprichst mir aus der Seele.
Hofknix oder Laola-Welle für Eagle*Seagull? Melancholie vs. Euphorie. Wie soll ich mich Euch gegenüber erkenntlich zeigen?
Am besten in aller Bescheidenheit:
Danke für die tollen Stunden.
Danke für die Inspiration.
Das mit dem Gürtel sehe ich Euch nach. War nur H&M.
Der nächste Morgen: Anstrengend.
Als ob Adler und Möwe in meinem Kopf um die Wette balzten. Ein Luftduell. Vor Kraft strotzende Flügelschläge gegen verspielt neckische Blitzattacken.
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Eagle*Seagull in Stuttgart. Jeden Kopfwehblitz wert.