Willkommen auf dem Wortspielplatz! Hier geht es um alles, doch nichts Banales. Allenfalls Bananen. Hier geht es um Worte. Schöne Worte, hässliche Worte, aber immer in ihrer schönsten Form: dem Satz. Und davon gleich mehrere!

Wir hatten Luft für ein Schloss, doch wir wollten mehr.

Eine schwere Geburt, aber hier ist er endlich, der Blog zu der schicken Phrase von Stella, der Möchtegern-Holländerin.. ;)

Als ich diesen Satz las, musste ich zum ersten Mal seit dem Bio-Unterricht, und der Schule ganz allgemein, wieder bewusst über Luft nachdenken.

Eines ist mir dabei sofort klar geworden: Luft ist überall, wo auch wir sind. Geht uns mal die Puste aus, klappt unsere Existenz postwendend mit einem letzten Stoßseufzer zusammen. Als vielseitig begabtes Multitalent kann uns Luft aber auch mächtig unter Druck setzen – wenn wir mal wieder nicht genug von ihr kriegen können.

Wir brauchen die kleinen Moleküle zum Leben, aber gleichzeitig ist es der Sauerstoff, der den Freien Radikalen Tür und Tor öffnet, damit sie über unsere jugendlichen Körper herfallen können. ‘Tief durchatmen’ ist eigentlich nichts anderes als eine Aufforderung zum schleichenden Selbstmord.

Wir können nach den Sternen greifen, aber nicht nach Luft – trotzdem ist sie nichts Abstraktes, sondern ganz konkret vorhanden. So manch einer hat nichts als Luft im Kopf, doch noch schlimmer ist es, wenn es sich dabei um ein Vakuum handelt.. Denn dann regt sich nicht einmal mehr die kleinste Brise im Schädel. Ein ausgefuchster Luftikus lässt mit einem zart hingehauchten Luftkuss reihenweise junge Damen in Ohnmacht fallen – natürlich, weil ihnen die Luft wegbleibt.

Luft, wohin man auch schaut. Doch kommen wir zum Kern der Sache: der Luftarchitektur. Wer vorhat, das Gebäude seiner Zukunft aufzubauen, sollte nicht auf Sand bauen und schon gar nicht auf Luft. Trotzdem erlebt das Tagträumen eine schon jahrtausendelang währende  Trendphase, man denke nur einmal an das Bankwesen. Was daraus geworden ist, wissen wissen wir alle: Das Ergebnis ließ uns ordentlich nach Luft schnappen. Auch hier half mal wieder nur eines: ganz tief Luft holen.

Je weiter wir die Bedürfnispyramide erklimmen, umso mehr steigt unser Drang, Luftschlösser zu bauen. Das, obwohl die Luft oben ja bekanntlich immer dünner wird. Ein Paradoxon? Menschlich, würde ich sagen. Was nicht greifbar ist, erscheint uns nicht selten begehrenswert. Doch leider kann auch Luft schlecht werden. Wer Löcher in sie hinein starrt, muss sich nicht wundern, wenn das Fundament porös wird und mit großem Getöse in sich zusammenbricht. Nichts als heiße Luft eben.

Da muss dann endlich was Handfestes her: der Tatendrang. Der macht aus den Luftblasen einen Spitzenmörtel, auf den man dann bauen kann. Luftschlösser sind nämlich doch zu etwas gut.

So, und ich verabschiede mich hiermit. Muss auch mal was tun.

...von monkeyeve. 6. März 2010 um 16:49. Schublade: luftarchitektur Socken: .


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