Heute vor dreizehn Jahren.
Liane R. schreibt gerade ihre Diplomarbeit. Sie schlägt sich in den Unikatakomben durch Karteikartendschungel, quält Bibliothekarinnen und lässt sich von ihnen zurückquälen. Fernleihe, nicht verfügbar und Präsenzexemplar sind ihre persönlichen Unwörter.
Heute.
Ihre kleine Schwester sitzt am PC, googlet, wikipediat und mailt. Sie flucht höchstens mal, wenn sie doch tatsächlich mal aus dem Haus muss, um in ein Präsenzexemplar zu schauen. Denn das ist immer noch nicht abgeschafft. Außer sie findet zufällig eine Onlineversion.
Ein Klick und schon wird man mit Wissen belohnt. Sowas wie stundenlange Unwissenheit gibt es einfach nicht mehr, wenn man sich im näheren Umkreis eines Internetzugangs aufhält. Wir können uns schon gar nicht mehr vorstellen, wie Menschen tatsächlich Wörterbücher und Duden aufschlagen konnten oder gar eine ganze Bücherwand mit dem großen Brockhaus füllen konnten. Alles hinter einer Mattscheibe versteckt.
Das ist so toll, dass wir es völlig verdrängt haben. Oder wer staunt heute noch darüber, dass meine zehnjährige Nichte im Internet für ihre Referat recherchiert?
Ist das nun ungerecht oder einfach nur unverdientes Glück? Und wenn ja, wo ist der Haken?
...von . 15. Mai 2008 um 11:51. Schublade: luftarchitektur Socken: zukunft.









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